- Startseite
- OP-Abteilung
- OP-Tische
OP-Tische
Operationstisch: Grundlage für Zugang, Lagerung und Bildgebung
Kaum ein Gerät im OP-Saal wird von so vielen Disziplinen gleichzeitig genutzt wie der Operationstisch – und kaum eines bleibt so lange in Betrieb. Er bestimmt, wie zugänglich der Situs ist, wie stabil die Lagerung über eine mehrstündige Intervention bleibt und ob der C-Bogen die relevante Region erreicht, ohne dass umgelagert werden muss.
Wo eine dieser Eigenschaften fehlt, merkt es das Team im Betrieb: an längeren Wechselzeiten, zusätzlichem Rüstaufwand und vermeidbaren Lagerungsschäden. Entsprechend selten ist die Beschaffung eine reine Preisfrage. Ein OP-Tisch bleibt zehn bis zwanzig Jahre im Einsatz, muss zur vorhandenen Bildgebung passen und idealerweise mit dem Zubehör harmonieren, das bereits im Haus ist.
OP-Tische im Überblick: Einsatzprofile und Bauformen
Unser Sortiment gliedert sich weniger nach Fachgebieten als nach der Frage, wie viele unterschiedliche Eingriffe derselbe Tisch abbilden soll:
- Multidisziplinäre Systemtische für den festen OP-Saal, ausgelegt auf wechselnde Disziplinen und hohe Auslastung
- Mobile OP-Tische, die Eingriff und Patiententransport in einem System zusammenführen
- Fachspezifische Lösungen für Ophthalmologie, Urologie und bildgeführte Interventionen
- Bariatrisch ausgelegte Varianten mit erweiterter sicherer Arbeitslast auch in Extremposition
- Röntgentransparente Karbonkonstruktionen für die durchgehende Arbeit mit dem C-Bogen
- Dazu passendes Zubehör sowie Lagerungs- und Positionierungssysteme
Bauformen: welcher OP-Tisch zu welchem Setting passt
Multidisziplinäre Systemtische für den festen OP-Saal
Systemtische sind auf Vielseitigkeit ausgelegt. Ihre Liegefläche besteht aus vier bis sechs einzeln verstellbaren Sektionen, aus denen sich alle gängigen Lagerungen aufbauen lassen.
Typische Kennwerte dieser Bauform:
- Trendelenburg und Anti-Trendelenburg bis 40°
- Seitliche Neigung bis 30°
- Rückenelement −40° bis +85°, Kopfstütze −50° bis +55°
- Beinstützen bis −90° absenkbar, teils horizontal abduzierbar
- Nierenbank bis 150 mm
- Sichere Arbeitslast je nach Modell 350 bis 500 kg
- Höhenbereich zwischen 550 und 1'080 mm
Die motorische Längsverschiebung von 340 bis 400 mm ist dabei kein Komfortdetail, sondern ein Bildgebungsparameter: Sie holt das Operationsgebiet aus dem Bereich der Tischsäule heraus und schafft dem C-Bogen freien Zugang.
Auch die Geometrie des Untergestells verdient Aufmerksamkeit. T-förmige Gestelle geben dem Team an drei Seiten Bewegungsfreiheit, H-förmige Konstruktionen erleichtern das Verschieben trotz Eigengewichten um 250 kg, X-förmige Varianten mit zusätzlichem fünftem Rad drehen enger. Eine per Fernbedienung ausgelöste Zentralverriegelung gehört bei allen Systemtischen dazu.
Mobiler OP-Tisch: Eingriff und Transport in einem System
Ein mobiler OP-Tisch folgt einer anderen Logik: Er übernimmt zugleich die Funktion der Transportliege. Die Patientin oder der Patient verbleibt von der Vorbereitung über den Eingriff bis zur Überwachung auf derselben Liegefläche.
Der Nutzen eines fahrbaren OP-Tisches ist messbar. Jeder vermiedene Umlagerungsvorgang spart Personalbindung und Prozesszeit und senkt zugleich das Risiko für Scherkräfte und Positionierungsfehler – Aspekte, die sonst über Gleitmatten und Transfertücher abgefangen werden müssen.
Kennzeichnend für diese Bauform:
- Vollelektrische Ausführungen mit Akkubetrieb oder teilelektrische Varianten mit gasdruckunterstützter Segmentverstellung
- Uneingeschränkter Zugang für den C-Bogen über die gesamte Liegefläche
- Abklappbare Seitengitter, Ablageflächen und integrierte Halterung für die Sauerstoffversorgung
- Programmierbare Positionsspeicher für wiederkehrende Einstellungen
- Belastbarkeit im Bereich von 200 bis 250 kg
Typisch ist der Einsatz in der Tageschirurgie, im Praxis-OP und in ambulanten Einheiten. Für Betriebe, die ihre Ausstattung ganz auf dieses Setting ausrichten, führen wir eine eigene Auswahl an ambulanten OP-Tischen.
OP-Tisch für Augen-OPs und mikrochirurgische Eingriffe
In der Ophthalmologie zählt nicht die Zahl der Segmente, sondern die Zugänglichkeit für sitzend arbeitende Operateurinnen und Operateure.
Ein OP-Tisch für Augen-OPs setzt deshalb auf eine Bauweise, die den Bereich unterhalb von Kopf- und Rückenpartie weitgehend frei lässt. Dazu kommen eine niedrige Einstiegshöhe ab 500 mm und ein Verstellbereich bis 900 mm. Die Kopfschale lässt sich über einen weiten Bereich justieren und ohne zusätzlichen Handgriff arretieren – relevant bei Kataraktchirurgie, intravitrealen Injektionen und ästhetisch-plastischen Eingriffen.
Solche Modelle werden häufig im Roll-in-Roll-out-Verfahren betrieben: Sie dienen zugleich als Zubringer und als Operationstisch. Zentralbremse, entnehmbarer Akku und abnehmbare Polsterteile für die Aufbereitung gehören ebenso zur Ausstattung wie eine Auswahl an Polsterfarben für die Einbindung in bestehende Raumkonzepte.
OP-Liegen für Urologie und interventionelle Eingriffe
In der Urologie dominiert die Durchleuchtung. Entsprechend ist die Liegefläche hier auf ungestörte fluoroskopische Sicht ausgelegt: Eine einseitig gelagerte Karbonplatte ohne Metallverstärkungen erlaubt einen zusammenhängenden Bildbereich von rund 135 cm und eine freie Positionierung des C-Bogens über die gesamte Länge.
Weitere Merkmale dieser Bauform:
- Gesichtsaussparung in der Kopfplatte für Eingriffe in Bauchlage
- Patientenkapazität bis 227 kg, auch an der Oberkörperverlängerung
- Verlängerungssegmente für Ober- und Unterkörper, werkzeuglos wechselbar
- Integriertes Auffangsystem für Spülflüssigkeiten
- Steuerung wahlweise über Hand- oder Fussbedienung
Über die Urologie hinaus lassen sich diese Liegen für interventionelle Schmerztherapie und gastrointestinale Eingriffe unter Bildkontrolle nutzen.
Bariatrisch ausgelegte Operationstische
Für die Adipositaschirurgie reicht eine hohe Tragkraft allein nicht aus. Wichtig ist das Zusammenspiel aus sicherer Arbeitslast bis 500 kg statisch beziehungsweise 400 kg dynamisch und einer besonders tiefen Ausgangsposition ab 585 mm – erst diese macht den Transfer für das Team beherrschbar. Sechsfach segmentierte Liegeflächen erweitern zusätzlich die Lagerungsoptionen, etwa für Flex- und Reflex-Stellungen oder die sitzende Position.
Karbon-OP-Tisch und Röntgentisch: Bildqualität bei minimaler Dosis
Was das Aluminium-Äquivalent aussagt
Die Röntgentransparenz einer Tischplatte wird als Aluminium-Äquivalent angegeben. Der Wert beschreibt, wie stark die Platte die Strahlung schwächt – je niedriger, desto besser die Bildqualität bei gleicher Dosis. Übliche Werte liegen zwischen 0.25 mm Al und 0.33 mm Al.
Praktisch wirkt sich das doppelt aus: schärfere Durchleuchtungsbilder und weniger Streustrahlung. Bei Interventionen mit langer Durchleuchtungszeit summiert sich das zu einer spürbaren Entlastung für Patientinnen, Patienten und OP-Personal – ein Kriterium, das in Beschaffungsverfahren häufig hinter der Belastbarkeit zurücktritt, obwohl es unmittelbar strahlenschutzrechtliche Relevanz hat.
Karbon oder HPL – welches Material wann sinnvoll ist
Neben der Röntgentransparenz überzeugt Karbon als ideales Material für OP-Produkte durch hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht. Erst sie macht freitragende Tischplatten möglich, die den C-Bogen ungehindert umlaufen lassen, ohne unter Last spürbar nachzugeben. Das zahlt sich dort aus, wo der C-Bogen mehrfach täglich um den Tisch geführt und die Plattenposition laufend verändert wird.
Als dedizierter Röntgentisch eignen sich Modelle mit besonders flach bauender, frei tragender Karbonplatte, Joysticksteuerung und einer Nullpositionsfunktion für die schnelle Rückkehr in die Ausgangslage. Einsatzschwerpunkte sind kardiovaskuläre, neurochirurgische, spinale und endoskopische Eingriffe.
Wo Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht, sind röntgendurchlässige HPL-Platten mit Edelstahlgehäuse eine belastbare Alternative – mit zertifizierter Transparenz, jedoch ohne die mechanischen Vorteile der Vollkarbon-Bauweise.
Tipp aus der Praxis: Prüfen Sie neben dem Aluminium-Äquivalent der Platte auch die Länge des durchgehend metallfreien Bereichs. Eine röntgentransparente Tischplatte nützt wenig, wenn Quertraversen oder Segmentverbinder genau dort sitzen, wo Sie durchleuchten. Bei C-Bogen-geführten Eingriffen ist die metallfreie Zone das aussagekräftigere Kriterium.
Auswahlkriterien für OP-Management und Medizintechnik
Ein Operationstisch lässt sich nicht anhand eines einzelnen Wertes beurteilen. Diese Parameter bestimmen die Alltagstauglichkeit:
- Arbeitslast statisch und dynamisch: Der dynamische Wert liegt regelmässig deutlich unter dem statischen. Massgeblich ist er, sobald während des Eingriffs verstellt wird – in Trendelenburg oder starker Seitenneigung wirken zusätzliche Hebelkräfte auf Säule und Segmente.
- Höhenverstellbereich: Tiefe Ausgangspositionen entscheiden über den Transferaufwand, Maximalhöhen bis 1'200 mm über die Arbeitshaltung stehender Operateurinnen und Operateure.
- Segmentierung: Mehr Sektionen bedeuten mehr Lagerungsoptionen – aber auch mehr Rüstschritte pro Eingriff.
- Untergestell und Fahrbarkeit: Zentralverriegelung, Rollendurchmesser von 125 bis 150 mm und ein zusätzliches Lenkrad entscheiden, ob ein 250-kg-Tisch von einer Person bewegt werden kann.
- Bedienkonzept: Handbediengerät mit Display, Fusssteuerung, Joystick oder Speicherpositionen – das bestimmt Einarbeitungsaufwand und Fehlbedienungsrisiko.
- Polsterung: Neben Druckverteilung und nahtarmer Verarbeitung lohnt der Blick auf ableitfähige Ausführungen, sofern regelmässig mit HF-Chirurgie gearbeitet wird.
- Aufbereitung: Desinfektionsbeständige Oberflächen, abnehmbare Matratzen und lösbare Segmentverbindungen verkürzen die Wechselzeiten zwischen zwei Eingriffen.
- Schutzart und Stromversorgung: IPX4 sowie Akkupufferung sichern den Betrieb bei Reinigung und Netzunterbruch.
Wer mehrere Säle ausstattet, sollte zusätzlich auf einheitliche Bedienlogik und gemeinsame Zubehörschnittstellen achten. Eine konsequente Typenbereinigung senkt Schulungsaufwand und Ersatzteilkomplexität. Über die Nutzungsdauer wirkt das stärker als eine einmalige Preisdifferenz.
OP-Tisch-Zubehör und Lagerung: modellgebunden oder übergreifend
Das Zubehör macht aus einem Operationstisch eine disziplinspezifische Arbeitsumgebung. Armtische und Armbänke, Beinhalter, Narkosebügel, Fixiergurte, Seitengitter, Spine Frames, Schulterstützen und Tischverlängerungen erweitern die Grundplattform je nach Eingriff.
Wichtig für die Beschaffungsplanung: Ein Teil unseres OP-Tisch-Zubehörs ist modellgebunden, ein anderer Teil lässt sich über die seitlichen Normschienen universell montieren. Systemtische verfügen typischerweise über sechs Normschienen, drei je Seite. Klären Sie die Kompatibilität vor der Bestellung – besonders dann, wenn vorhandenes Zubehör aus dem Altbestand weitergenutzt werden soll. Gleiches gilt für Infusionsständer im Operationssaal, die je nach Konzept am Tisch oder frei stehend eingesetzt werden.
Die eigentliche Lagerung erfolgt über OP-Positionierungshilfen: Gel-Pads, Kopflagerungskissen, Beinlagerungstunnel für die Seitenlage oder Thorax- und Beckenkissen für die Bauchlage. Sie verteilen den Auflagedruck und beugen lagerungsbedingten Nervenschädigungen und Druckstellen vor – jenseits der Zwei-Stunden-Marke ein zentraler Sicherheitsfaktor. Zur ergonomischen Ausstattung mikrochirurgischer und laparoskopischer Arbeitsplätze gehören ausserdem Chirurgen-Stühle.
OP-Tisch kaufen: Beratung, Service und Offerte bei OZG Healthcare
Operationstische werden bei uns in der Regel über eine individuelle Offerte beschafft. Der Grund ist sachlich: Konfiguration, Zubehörpaket und bauliche Randbedingungen unterscheiden sich von Haus zu Haus oft so stark, dass ein Listenpreis kaum Aussagekraft hätte.
In einer Beratung zum OP-Tisch – auch direkt in Ihrer Einrichtung – gehen wir deshalb vorab mit Ihnen durch, welche Eingriffe tatsächlich anfallen, welche Fachdisziplinen der Tisch abdecken soll, welche Bildgebung im Saal vorhanden ist und welches Zubehör gebraucht wird oder aus dem Bestand weitergenutzt werden kann.
Unsere Leistungen rund um Operationstische:
- Beratung vor Ort in Ihrem Spital, Ihrer Klinik oder Praxis
- Demonstration und Showroom-Besichtigung vor der Entscheidung
- Anlieferung, Aufstellung und Montage, auf Wunsch inklusive Rücknahme des Altgeräts
- Erstinbetriebnahme und Einweisung Ihres Teams nach den Vorgaben des Medizinprodukterechts
- STK und Wartungsverträge für den laufenden Betrieb
Auch der Austausch von OP-Tisch-Polstern und Liegeflächen gehört zu unserem Service – auf Wunsch auch an Tischen, die nicht aus unserem Sortiment stammen.
Statten Sie einen ganzen Saal oder eine komplette Abteilung aus, laufen Planung und Terminkoordination über eine Ansprechperson. Das erspart Ihnen die Abstimmung zwischen mehreren Lieferanten und sorgt dafür, dass Operationstisch, Zubehör, Normschienen und Ersatzteile auch in zehn Jahren noch zueinander passen. Melden Sie sich telefonisch, per E-Mail oder über unser Kontaktformular.
FAQ zu Operationstischen
Was unterscheidet einen mobilen OP-Tisch von einem stationären Systemtisch?
Ein mobiler OP-Tisch übernimmt zugleich die Funktion der Transportliege, sodass das Umbetten entfällt. Stationäre Systemtische bieten dafür mehr Sektionen, grössere Verstellwinkel und höhere Belastbarkeit. Mobile Modelle eignen sich für Tageschirurgie und Praxis-OP mit kurzen, getakteten Eingriffen, Systemtische für den festen Saal mit wechselnden Disziplinen und längeren Interventionen.
Wofür steht der Wert 0.25 mm Al bei einer OP-Tischplatte?
Der Wert gibt das Aluminium-Äquivalent an, also die Strahlenschwächung durch die Tischplatte. 0.25 mm Al bedeutet, dass die Platte die Röntgenstrahlung so stark abschwächt wie ein 0.25 mm dickes Aluminiumblech. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto besser die Bildqualität bei gleicher Dosis – und desto geringer die Strahlenbelastung für Patientinnen, Patienten und OP-Team.
Welche Belastbarkeit braucht ein OP-Tisch für bariatrische Eingriffe?
Sinnvoll sind Modelle mit mindestens 400 kg dynamischer Belastbarkeit. Ebenso wichtig ist eine tiefe Ausgangsposition ab etwa 585 mm, weil sie den Transfer erleichtert und das Verletzungsrisiko für Personal und Patientinnen oder Patienten senkt. Ergänzend sollten breitere Liegeflächen und passende Tischverlängerungen verfügbar sein.
Passt vorhandenes Zubehör auf einen neuen Operationstisch?
Teilweise. Komponenten, die über die seitlichen Normschienen montiert werden, lassen sich in der Regel tischübergreifend nutzen. Modellgebundene Teile wie spezifische Beinsegmente, Plattenverlängerungen oder Monitorgestelle sind dagegen nicht universell kompatibel. Lassen Sie die Kompatibilität vor der Beschaffung prüfen, wenn Bestandszubehör weiterverwendet werden soll.
Was kostet ein OP-Tisch?
Operationstische kalkulieren wir auf Anfrage, weil Konfiguration, Zubehörpaket und Einsatzprofil den Preis massgeblich bestimmen. Ein teilelektrischer mobiler OP-Tisch liegt in einer anderen Grössenordnung als ein multidisziplinärer Systemtisch mit Karbonsäule. Rechnen Sie neben dem Gerätepreis auch Lagerungszubehör, Ersatzpolster und Verschleissteile über die Nutzungsdauer mit ein. Nach einer kurzen Bedarfsklärung erhalten Sie von uns eine Offerte für Ihre konkrete Anforderung.